28.04.2015

 

Eloxieren mit Ausnahme der entscheidenden Stellen

Partiell eloxierte Oberflächen mit integriertem Potentialausgleichspunkt

Eloxierte Bauteile mit Erdungspunkt – das war bislang nur mit aufwendiger Nacharbeit machbar und damit meist unwirtschaftlich. Den Potentialausgleich wirtschaftlich bereits im Eloxalprozess zu schaffen, gelang bislang nur bei rotationssymmetrischen Formen, z. B. durch Abstopfen. Bei flachen, nicht rotationssymmetrischen Formen war eine aufwendige mechanische Nachbearbeitung oder eine Laserbearbeitung durch Abtragen der Oxidationsschicht nötig, um Erdungspunkte zu setzen. Wenn eloxierte und im Nachgang mit einem Erdungspunkt versehene Bauteile verklebt werden sollen, ist aus Sicht der adhäsiven Haftung oft eine zusätzliche Reinigung vor der Montage  erforderlich. Werden aber am eloxierten Bauteil gleich die „eloxalfreien Stellen“ mit generiert, lassen sich diese Problematiken aus den zusätzlichen Arbeitsfolgen umgehen.

Im Juni 2013 haben wir daher ein ZIM-Entwicklungsprojekt gestartet (ZIM = Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages). Das Ergebnis:
Eloxal partiell plus (HT-C60), eine Lösung für partiell anodisch oxidierte Aluminiumwerkstücke. Ziel war, eine wertstromoptimierte und zugleich klebfähige und korrosionsschützende Eloxaloberfläche mit integriertem Potentialausgleichspunkt zu generieren. Der Holzapfel Group ist dies durch ein spezielles Kontaktierungssystem mit besonderen Werkstoffkombinationen gelungen. Der Potentialausgleichspunkt wird während des Eloxierens erzeugt und erfordert keine zusätzliche Bearbeitung.

Eloxalfreie Stellen beim Anodisieren schaffen
Wir setzen mit unserem neuen Verfahren zur partiellen Anodisierung eloxalfreie Punkte schon beim Eloxieren. Dies geschieht mit Hilfe eines speziell entwickelten Abdichtelementes, das in Verbindung mit einer besonderen Gestell- und Abdecktechnik erwirkt, dass definierte Stellen am zu eloxierenden Bauteil gezielt eloxalfrei bleiben. Diese Technik birgt deutliche Vorteile: Da die üblicherweise notwendigen nachfolgenden Bearbeitungsschritte entfallen, ist das Verfahren effizienter. Zudem bietet die partielle Anodisation durch das Wegfallen eines ganzen Arbeitsganges ein verringertes Ausschussrisiko und damit mehr Prozesssicherheit.

Verfahren für Automotive und elektrische Haushaltsgeräte interessant
Eloxal partiell plus (HT-C60) liefert lagegenaue eloxalfreie Stellen – und damit reproduzierbare Ergebnisse. Das macht das Verfahren gerade für die Massenproduktion interessant. So werden beispielsweise in der Automobilindustrie häufig Bauteile mit anodischem Schutzeloxal versehen und erhalten nachträglich durch aufwendige Bearbeitung einen Erdungspunkt – das entfällt mit der partiellen anodischen Oxidation künftig. Auch andere Branchen mit großen Stückzahlen profitieren von den eloxalfreien Stellen: Consumer, Vorschaltgeräte in Aluminiumgehäusen, Gehäusehersteller elektrischer Baugruppen, Kameragehäuse, medizintechnische Geräten oder Outdoorequipment, das mit Strom arbeitet (Taschenlampen) etc. Denn die eloxalfreien Stellen gewährleisten eine Schutzschaltung oder sehr gute elektrische Leitfähigkeit ohne Nacharbeit. Eloxal partiell plus (HT-C60) ist die Lösung, wenn optisch anspruchsvolle Oberflächen sowie Schutzeloxal, aber zugleich die Leitfähigkeit des Erdungspunktes gefragt sind. Die partielle anodische Oxidation von Aluminiumwerkstücken vereint all diese Eigenschaften auf sich – in nur einem Schritt. Lesen Sie hier mehr zum Verfahren und zu seinen technischen Details…

 

Vorteile im Überblick:

  • Eloxalfreie Stelle wird während des Eloxierens erzeugt – bislang war zur Erzeugung einer solchen eloxalfreien Stelle (als Erdungspunkt oder Potentialausgleichspunkt) ein separater Prozessschritt nötig.
  • Ein kompletter Verfahrensschritt wird eingespart, da die Nachbearbeitung entfällt.
  • So werden auch Transportwege eingespart.
  • Verringertes Ausschussrisiko wegen des Wegfalls eines kompletten Arbeitsganges
  • Der entfallende Prozessschritt führt zu geringeren Umlaufbeständen, da zusätzliche Bauteile nicht mehr vorgehalten werden müssen.
  • Es entfällt nicht nur der Schritt der Nachbearbeitung wie Drehen, Bohren, Fräsen oder Lasern, ebenso entfallen die damit einhergehenden weiteren notwendigen Arbeitsschritte wie anschließendes Reinigen oder Entgraten des Werkstücks.
  • Das Verkratzen der gerade erst applizierten Oberfläche durch die Fixierung des Werkstücks gehört der Vergangenheit an.
  • Eloxalfreie Stellen gewährleisten sehr gute elektrische Leitfähigkeit ohne Nacharbeit. Optisch anspruchsvolle Oberflächen werden in einem Arbeitsgang um den Erdungspunkt mit sehr guter elektrischer Leitfähigkeit ergänzt.
  • Die Verfahrensinnovation ist entstanden aufgrund einer speziellen Kundenanforderung aus der Automobilindustrie für Elektronikgehäuse zur Regelung und Steuerung von elektrischen Verbrauchern.

Download:
Flyer Eloxal partiell als PDF


Den Bedarf an neuen oder besonderen Oberflächen erkennen und darauf mit einer Lösung reagieren – darin sehen wir unsere Aufgabe als Ihr Entwicklungspartner und Oberflächenspezialist. Sie suchen auch nach einer Oberfläche abseits der Standards? Sprechen Sie uns an – am besten gleich unser Innovationsteam!