19.08.2015

Global agieren, lokal produzieren, in Deutschland profitieren – Auslandsstandorte einrichten, um den heimischen Standort zu erhalten?

Der Standort Deutschland ist auf dem Prüfstand – so viel wurde auf dem VDA Mittelstandstag am 07./08. Mai 2015 in Frankfurt am Main deutlich. Doch bedeuten die Herausforderungen im Automobilbau eine Gefahr oder eine Chance? Und welche Herausforderungen sind das überhaupt?

Die Automobilindustrie sieht sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber – von der Einrichtung von Auslandsstandorten zur lokalen Produktion über die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Automatisierung der Produktion (Stichwort „Industrie 4.0“) bis zum demografischen Wandel in den Industrieländern, verändertem Mobilitätsverhalten der Endkunden und dem steigenden Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit.

Quo vadis Standort Deutschland?
Klar wurde auf dem VDA Mittelstandstag so viel: Der Standort Deutschland ist langfristig nur mit Innovationen und entsprechender lokaler Produktion profitabel. „Die Produktion folgt dem Markt“ – es scheint immer unerlässlicher, Fahrzeuge dort zu produzieren, wo sie auch verkauft werden. Das bedeutet nicht nur wegen entfallender Importzölle Kostensenkungen und die Möglichkeit, schneller auf schwankende Marktlagen zu reagieren. Es bedeutet auch die Verlagerung von Produktions-Know-how und die Notwendigkeit für Fachkräfte-Recruiting sowie hohe Investitionen im Ausland. Die Zulieferer werden weiterhin kritisch prüfen müssen, ob sie den Herstellern auf diesem Weg der Standortverlagerung folgen.

Unumgänglich sind zunehmend hohe Investitionen in die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsabläufen. Durch damit verbundene Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion. Gleichzeitig bietet dieser „Zwang zur Innovation“ die Möglichkeit, sich als Vorreiter bei der Digitalisierung zu profilieren - immerhin bemängeln bereits einige Industriebereiche den deutschen Abstand zu bspw. den USA, wenn es um „Industrie 4.0“ geht.

Der Antrieb zu Effizienzsteigerung, Kostensenkung und Innovation sind die entscheidenden Faktoren, wenn es darum geht, Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. auszubauen. Den Ton angeben statt nur mitzulaufen – das muss die Devise sein.

Und was bedeutet das für uns?
Thomas Nickel, geschäftsführender Gesellschafter der Holzapfel Group: „Auch uns als Spezialist in der Beschichtungsbranche stellen diese Aspekte des gesellschaftlichen und industriellen Wandels vor Herausforderungen. Getreu unseres Mottos ‚Holzapfel – Partner und Innovationstreiber für perfekte Oberflächenbeschichtung und Dienstleistung‘ wollen auch wir hier Tonangeber statt Mitläufer sein, agieren statt reagieren, handeln und nicht abwarten. Daher arbeiten wir schon heute konsequent an Konzepten für morgen. Themen sind dabei u.a. mehr Effizienz in der Logistik, eine stärkere Vernetzung mit unseren Kunden und größere Transparenz in der Auftragsabwicklung sowie ein individuelleres Eingehen auf Kunden und die Wertschöpfung. Aber nicht nur unsere eigenen Prozesse und Abläufe stehen im Fokus. Auch die Produktionsabläufe und das Integrieren der Beschichtung in die Abläufe unserer Kunden nehmen wir ins Visier – natürlich neben unserer Aufgabe, als Entwicklungspartner neue innovative Beschichtungslösungen für die Konzepte und Projekte von morgen, gemeinsam mit unseren Partnern, auf den Markt zu bringen.“

„Für unsere Kunden bedeutet das ebenso Veränderung“, so Thomas Nickel weiter. „In Zukunft wird es wichtiger denn je sein, Lieferanten in die Anfrageprozesse mit einzubinden, um so einen optimalen Herstellungs- und Logistikprozess zu ermöglichen. Über eine vertrauensvolle Kunden- / Lieferantenbeziehung können wichtige innovative Impulse gesetzt werden. Rund 82% aller Innovationen beruhen auf den Ideen der Kunden und sind somit der maßgebliche Treiber für die Prozess- und Produktentwicklung. ‚Open Innovation‘ hält Einzug und erzeugt eine Kultur des permanenten Weiterentwickelns der Produkte und Dienstleistungen in einer gelebten Partnerschaft.“